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Hilfsprojekt
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2. Das Problem:

 

Da nahezu die Hälfte der Bewohner von El Alto Jugendliche sind und der dunkelhäutigen Aymaras Kultur angehören, gibt es für diese Jugendlichen eine heftige Identitätskriese. Zum einen sind sie keine Campesinos mehr, kennen nicht mehr die kulturellen Wurzeln, den gesicherten Familienverband, verlernen sogar die eigene Muttersprache. Zum anderen hört man aus ihrem Spanisch deutlich einen ländlichen Dialekt heraus und sie sind auch keine weißen (gringos), obwohl sie sich gerne westlichen Lebensgewohnheiten anpassen würden. Hinzu kommt die Armut und Perspektivlosigkeit. Nur 35% der Kinder in El Alto besuchen eine Schule (wenigstens die ersten 4 Jahre) und die, die einen Schulabschluss schaffen, haben wegen der Identität als Indio wenig Chancen auf Ausbildung, Arbeit oder ein Hochschulstudium. Innerhalb dieser Atmosphäre gibt es sehr viel mafiöse Strukturen und Aktivitäten, die den natürlichen Drang der Jugendlichen nach Gruppenzugehörigkeit und Ideal ausnutzen. So ist ein Großteil der Jugend in großen Gangs (bandillias) nach nordamerikanischen Muster organisiert. Diese Jugendlichen erleben ein erhöhtes Risiko für immer durch Kriminalität, Drogensucht und nicht nur moralischer Verwahrlosung zu resignieren. Viele haben immernoch einen großen Rückhalt in ihrer Uhrsprungsfamilie. Sie suchen sich Arbeit als Hilfsmaurer, als Haltestellenausrufer (da viele Menschen die Haltestellenschilder nicht lesen können) als Kleinhändler (Kaugummi, Zigaretten - auch nachts in entsprechenden Stadtvierteln) und als Schuhputzer. Sie wollen den Eltern (oft auch den alleinerziehenden Müttern mit vielen Kindern) helfen zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Zu dieser Arbeit müssen die Kinder und Jugendlichen meistens ins Zentrum La Ceja gehen, wo alle Verbindungsstraßen zusammenlaufen und das Leben in all seinen Facetten Tag und Nacht brodelt. Allerdings ist es weit bis an den Stadtrand und nachts fahren dort auch keine Busse mehr hin, sodass die Kinder die abends länger arbeiten weil sie etwas mehr verdienen wollen nicht mehr nach Hause fahren. sondern in Häusereingängen in dunklen Verschlägen oder in primitiven Gaststädten und sehr oft auch im Freien übernachten. Hier sind sie in dem erhöhten Risiko die negativen Seiten des Nachtlebens von La Ceja kennen zu lernen und in Abhängigkeiten der Bandenführer der Drogensucht des Alkoholismus der Spielautomaten, bis hin in die Prostitution zu geraten. Sie vergessen ihre Ideale und leben und arbeiten nur noch für den heutigen Tag. Die Familienverhältnisse werden gespannt, weil die Kinder immer weniger Geld zu Hause abgeben, Häusliche Gewalt angewendet wird, und sie immer seltener nach Hause gehen, sind viele verwahrlost oder leben als obdachlose Kinder auf der Straße.

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